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Annelie Staude

Annelie die Traumfängerin

Die Tante philosophierte, das Kind müsse doch ein Instrument spielen! Eine kurze Begegnung mit der Violine ergab, dass wir nicht die richtige Harmonie miteinander finden würden. Es war die dunklere Stimme des Cello, die sich in mein Herz sprach und fortan den Ton in meinem Leben angab. Ein grauer Bart und Rastazöpfe lehrten mich Optimismus, Bobby McFerrins "Don't worry be happy" summte während eines aufregenden Jahres in Kalifornien durch meine Ohren und entfachte meine Liebe zum Vocal Jazz. In good old Germany mahnte im Geiste wieder die Tantenphilosophie, ja, vor der musikalischen Freiheit galt es zunächst, eine Basis zu schaffen, und so entschloss ich mich zu einem klassischen Gesangsstudium. Sechs Jahre später vibrierten meine Stimmbänder in ausgefeilter Technik, wussten jedoch nicht so recht, in welche Richtung sie schallen sollen. Die alte Weisheit "Probieren geht über Studieren" war sicherlich ganz im Sinne meiner Tante, und so tauchte ich in ein Abenteuer voller Gegensätze ein: Von der Opernproduktion hin zu einer Revue, in der ich nicht nur Zarah Leander sang, sondern sie auch fühlte, lebte – ja, war! Ich reiste weiter vom Schauspiel über das Chanson hin zur lockeren Unterhaltung, um auf Kreuzfahrt die Welt zu entdecken. "I have a dream" hieß es in der ABBA-Show, die ich mit meinem Sangeswerk stärkte, "I have a dream" heißt es auch bis heute. Mit der Gründung des Ensembles Chicks on Swing rücke ich der Realisierung dieses Traumes nun verdammt nahe. Und, Tante, was sagst du nun?

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